Lexikon

Textilkennzeichnungsgesetz

Das Textilkennzeichnungsgesetz (TextilKennzG / TKG) regelte die Auskunftspflicht über verwendete Fasern bei Textilerzeugnissen. Durch diese wurden Industrie und Handel aufgefordert, die Kunden über die Zusammensetzung textiler Produkte zu informieren. Allerdings wurde das Textilkennzeichnungsgesetz durch die Einführung der EU Verordnung 1007/2011 unwirksam bzw. durch diese ersetzt. Diese wird Textilkennzeichnungsverordnung genannt. Die inhaltlichen Änderungen sind allerdings nicht gravierend, grundlegende Bestimmungen bleiben erhalten. Um als Textilerzeugnis zu gelten, muss eine Ware zu mindestens 80 % aus textilen Rohstoffen bestehen. Darüber hinaus gehören zu den kennzeichnungspflichtigen Gütern Regen-, Sonnenschirme und Möbel. Diese zählen allerdings nur dazu, wenn ihr Bezugsstoff einen gleich hohen Anteil an Textilkomponenten aufweist. Daneben müssen auch eine Reihe weiterer Artikel mit den nötigen Hinweisen versehen werden, zu denen beispielsweise Matratzenbezüge zählen. Die Verordnung zur Textilkennzeichnung kennt aber auch Ausnahmen, wie z.B. Hüllen für Mobiltelefone oder Spielzeuge. Diese werden in ihrem Anhang V näher bestimmt. Bei den Produkten mit Auskunftspflicht muss der jeweilige Prozentsatz der verwendeten Materialien dargestellt werden, z.B. über ein Label. Ein solches könnte bei einem Doppeltuchbezug folgende Informationen zeigen: 87 % Polyester, 13 % Viskose. Die Gewichtsanteile sind in absteigender Reihenfolge anzugeben. Materialien, die allerdings unter 10 % des Nettogewichts ausmachen, mussten bei der Textilkennzeichnung nicht namentlich aufgeführt werden. Sie fallen somit unter „Sonstige Fasern“. Diese Regelung ist für Textilerzeugnisse bei der EU Verordnung nun allerdings komplizierter. Darüber hinaus muss neuerdings bei Textilerzeugnissen auch das Vorhandensein von Komponenten tierischer Herkunft (z.B. Fell und Leder) gekennzeichnet werden. Durch den Hinweis „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs.“ erfüllt man die Forderung nach Kennzeichnungspflicht in diesem Bereich. Pflegehinweise, Größenangaben und eine „Made-in“-Kennzeichnung des Ursprungslandes, wenn dies nicht in der EU liegt, sind und bleiben allerdings freiwillig. Werden diese zusätzlichen Angaben allerdings gemacht, haben diese auch der Wahrheit zu entsprechen. Informationen zur Schadstoffprüfung von Textilien werden nicht über das Textilkennzeichnungsgesetz geregelt, dafür gibt es Qualitätssiegel und Zertifikate wie das Textile Vertrauen nach Öko-Tex Standard 100.