Lexikon

Talalay-Latex

Talalay-Latex kann sowohl aus einer Synthetik-Naturkautschuk-Beimischung bestehen, als auch aus 100 % Naturlatex. Der Name geht dabei auf die Erfinder Leon und Joseph Ansil Talalay zurück, die das Herstellungsverfahren für Latexmatratzen in den 1950er Jahren erfunden haben. Das sogenannte Talalay-Schäumungsverfahren gilt als aufwendigste und teuerste Variante, aber gleichzeitig auch als die hochwertigste, um Latex herzustellen. Anders als im Dunlop-Verfahren, kommen bei dieser Latexherstellung zwei Produktionsschritte hinzu. Zuerst wird der gewonnene Kautschuk von der Pflanze Hevea Brasiliens, hierzulande auch Gummibaum genannt, schaumig geschlagen und in eine Aluminium-Matrize für Latexmatratzen gefüllt. Ober- und unterhalb befinden sich viele Stifte, die beim Schließen in den Latexschaum eindringen. Anschließend wird ein Vakuum erzeugt, damit sich das Material in der Form verteilen kann und eingeschlossene Luftblasen komprimiert werden können. Dann wird die Masse bei -30 °C schockgefrostet, um die erreichte Konsistenz beizubehalten. Durch die Metallstifte wird anschließend eine Mischung aus CO² und Luft in die Form gepumpt, um den Latex zu gelieren. Diesen Produktionsschritt erfolgt bei einer Temperatur von 115° C und wird Vulkanisation genannt. Somit kann eine gleichbleibende Struktur und Beschaffenheit des Latex sichergestellt werden. Nun wird die Latexmatratze aus der Form genommen und gewaschen.

Die Vorteile dieser aufwendigen Herstellung von Latex liegen auf der Hand. Talalay-Latex ist, aufgrund der gleichmäßigeren Verteilung der Luftbläschen, viel softer als Dunlop-Latex, sodass eine besonders hohe Punktelastizität erreicht werden kann. Wird das Talalay-Verfahren für die Herstellung von 100 % Naturlatexmatratzen angewendet, dann ergibt sich daraus ein unvergleichlicher Schlafkomfort. Durch die besonders hohe Punktelastizität gibt das Material an beanspruchten Stellen nach und kehrt nach der Belastung sofort in die Ausgangslage zurück. Talalay-Latex ist besonders formstabil und langlebig. Vor allem die offenporige Zellstruktur sorgt beim Drehen und Wenden dafür, dass Luft in den Matratzenkern gepumpt wird und zirkulieren kann. Talalay-Latex-Matratzen aus 100 % Naturkautschuk schenkt nicht nur körpergerechten Schlaf, sie eignen sich besonders für anspruchsvolle Schläfer, die Wert auf eine natürliche und ökologisch verträgliche Nachtruhe legen.