Lexikon

Phthalate

In der Industrie werden Phthalate als Weichmacher eingesetzt. Sie finden sich in Kunststoffen wie PVC, Klebern oder synthetischem Gummi. Verwendet werden Phthalate, damit Materialien dieser Art biegsamer im Gebrauch und somit weicher werden. In der Matratzenherstellung nutzt man sie, um die Elastizität der Produkte zu erhöhen. Auf diese Weise soll eine verbesserte Anpassungsfähigkeit an den Körper erreicht werden. Technisch notwendig sind diese Weichmacher in der Matratze allerdings nicht. Im Gegenteil, Phthalate werden über Nahrung, Atemluft oder die Haut aufgenommen und können Menschen empfindliche Schäden zufügen. Eine EU-Untersuchung hat festgestellt, dass Phthalate wie Hormone wirken und Unfruchtbarkeit, Übergewicht und Diabetes bei Männern auslösen können. Sie wurden folgerichtig als fortpflanzungsgefährdend eingestuft. Bestimmte Typen können sogar zu Leberstörungen führen. Einige Phthalate sind gänzlich verboten. Um Verbraucher vor Phthalat-Weichmachern zu schützen, werden unterschiedliche Grenzwerte festgesetzt. Mit dem Label für Textiles Vertrauen nach Öko-Tex Standard 100 zertifizierte Produkte sind allerdings frei von Phthalaten und können bedenkenlos gekauft werden. Diese Zertifikate werden durch renommierte Institute wie Hohenstein oder Öti vergeben.