Lexikon

Mercerisiert

Bei der Mercerisierung handelt es sich um ein bewährtes Veredelungsverfahren für Stoffe und Garne aus Baumwolle, das manchmal auch auf Hanf und Wolle angewendet wird. Die Baumwolle erhält einen feinen, perlenartigen Glanz, der selbst nach mehrmaligem Waschen erhalten bleibt. Ferner gewinnt das Gewebe deutlich an Widerstandskraft und lässt sich viel leichter färben. Das kommt vor allem Bettwäsche aus mercerisierter Baumwolle zugute, die so mit aufwendigen, haltbaren Mustern bedruckt werden kann. Die Struktur der Baumwolle verändert sich durch das Mercerisieren und der Stoff bekommt einen angenehm weichen Griff. Mercerisierte Textilien sind sehr hochwertig, reißfest und dementsprechend etwas teurer. Das Verfahren ist nämlich sehr aufwändig, aber erhöht die Qualität der Baumwolle ungemein. Einen Nachteil hat die Prozedur allerdings: mercerisierte Baumwolle neigt eher zum Fusseln als andere Baumwollgewebe.


Mercerisieren – Herstelllung und Entwicklung

Beim Mercerisieren wird das Baumwollgewebe konzentrierter Natronlauge ausgesetzt, die anschließend in einem Säurebad neutralisiert wird. Die Natronlauge lässt die Baumwolle aufquellen, wodurch sich das Aussehen und die Eigenschaften der Fasern deutlich verändern. Um ein Einlaufen der Baumwolle während des Verfahrens zu verhindern, wird das Gewebe beim Mercerisieren permanent unter Spannung gehalten. Das Verfahren wurde 1844 eher zufällig von dem Engländer John Mercer entdeckt, der Natronlauge durch ein Baumwolltuch filtern wollte. Ihm fiel die Veränderung des Gewebes auf, allerdings schrumpfte der Stoff dabei sehr stark zusammen. A.H. Lowe verbesserte die Mercerisierung im Jahr 1890, indem er die Baumwolle während des Prozesses spannte. So lief der Stoff weniger stark ein und das Verfahren wurde wirtschaftlich effizient.