Lexikon

Matratzen-Härtegrad

Der Matratzen-Härtegrad dient zur groben Einteilung der Festigkeitsstufe einer bestimmten Matratze. Beim Kauf werden Sie relativ schnell feststellen, dass Sie eine Entscheidung treffen müssen. Der Härtegrad einer Matratze definiert, neben der Qualität des verwendeten Materials, den Liegekomfort. Der Härtegrad darf allerdings auch nicht überbewertet werden, denn er ist lediglich eine Matratzenempfehlung für eine bestimmte Gewichtsklasse. Grundlegend muss man sich vor Augen führen, dass es keine einheitliche Norm für den Matratzen-Härtegrad gibt, denn die Klassifizierung behandeln Hersteller ganz individuell. Die meisten Hersteller unterteilen den Härtegrad bei Matratzen in H-Stufen, andere benutzen Einteilungen von weich bis fest. Alle diese Kategorisierungen sollen Käufern einen Anhaltspunkt geben, die richtige Matratze zu finden. Da Menschen über unterschiedliche Körpergrößen, Staturen und Körpergewichte verfügen und zudem individuelle Komfortwünsche haben, ist eine pauschale Empfehlung nur bedingt möglich. Wer z.B. 75 kg wiegt, aber festeren Liegekomfort bevorzugt, kann mit einem Matratzen-Härtegrad H3 durchaus gut beraten sein. Zudem würde die Matratze länger haltbar sein, da die Beanspruchung geringer ist. Im Umkehrschluss wäre das Gegenteil der Fall. Wer sich mit 120 kg Körpergewicht auf eine H3 oder gar H2 quält, der wird sich zeitnah nach Ersatz umsehen müssen, da das verarbeitete Material schneller verschleißt. Wichtig ist, dass sich die Wirbelsäule in gerade Position befindet. Ist der Matratzen-Härtegrad zu weich, sinken Becken und Schultern in Seitenlage zu tief ein und die Wirbelsäule hängt durch. Ist der Härtegrad zu fest, können diese Partien nicht korrekt einsinken und die Wirbelsäule krümmt sich.

Für die Einteilung in Matratzen-Härtegrade lassen Hersteller bzw. deren Schäumer die Faktoren Körpergewicht sowie das Raumgewicht und Stauchhärte des verwendeten Materials einfließen. Am weitesten verbreitet sind die Einteilungen in H1 (anschmiegsam/weich), H2 (mittel), H3 (hart) und H4 (sehr hart) unterteilt. Darüber hinaus gibt es für Personen ab ca. 130 kg Körpergewicht sogenannte XXL-Matratzen auch in H5.


Härtegrad-Übersicht zur Veranschaulichung der Zielgruppen:


Härtegrad H1:

Matratzen in H1 werden eher selten gekauft. Diese Matratzen sind besonders anschmiegsam und gut geeignet für Leichtgewichte und zierliche Personen sowie Heranwachsende bis 60 kg, die ein eher softes Liegeempfinden bevorzugen. Besonders kleinere, zierliche Frauen liegen auf der H1 oftmals richtig.

Härtegrad H2:

Der Härtegrad H2 ist derzeit am populärsten. Aktuell geht der Trend zu eher anschmiegsamen Matratzen, die viel Komfort bieten und auch über eine entsprechende Komforthöhe verfügen. Der Matratzen-Härtegrad H2 ist ein mittelfester Härtegrad und für Personen mit einem Körpergewicht bis ca. 80 / 85 kg bestens geeignet. Wer 90 kg wiegt und einen anschmiegsamen Komfort bevorzugt liegt hier immer noch richtig. Gute Matratzen in H3 sollten eine Stauchhärte von ca. 2,8 kPa aufweisen.

Härtegrad H3:

Der Klassiker, nicht nur für den Mann! Empfohlen für Menschen über 80 kg, die ein festeres Liegeempfinden wünschen. Die durchschnittliche maximale Belastung beträgt ca. 100-110 kg. Gute Matratzen in H3 sollten eine Stauchhärte von ca. 3,8 kPa aufweisen.

Härtegrad H4:

Matratzen in H4 bieten ein sehr hartes bzw. sehr festes Liegegefühl. Sie werden ab einem Körpergewicht von über 110 kg empfohlen und sind oftmals bis 130 bzw. 140 kg geeignet. Genau Angaben des Herstellers sollten beachtet werden.

Härtegrad H5:

Hier spricht man von sogenannten XXL-Matratzen, die entsprechend mehr Stützkraft bieten und für Personen mit über 120 bzw. 130 kg Körpergewicht gut geeignet sind. Dieser Härtegrad wird im Handel nur selten gekauft, und viele Hersteller bieten ihn aufgrund geringer Nachfrage gar nicht erst an. Um eine gute Stabilität zu erreichen, wird in der Unterschicht oftmals Verbundschaum verwendet, auf dem dann ein HR-Schaum mit hohem Raumgewicht (mindestens RG 60) platziert werden sollte.


Es geht auch ohne Matratzen-Härtegrad

Einige Hersteller wie z.B. Prolana nutzen keinen Matratzen-Härtegrad, sondern unterteilen direkt nach Liegeempfinden. Je nachdem, ob Sie es lieber weich, mittel oder fest mögen, eignen sich einige Modelle mehr oder weniger. Wichtig zu wissen: Bei Babymatratzen gibt es keine unterschiedlichen Härtegrade, da diese vollkommen unnötig wären. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Matratze für Neugeborene und Kleinkinder etwas fester ist. Hier eignen sich Latex oder Kokos-Kautschuk besonders gut.

Als Faustregel für den Matratzenkauf kann man sich merken, dass man sich mit steigendem Alter immer anschmiegsamer bzw. weicher betten sollte. Das sorgt für Druckentlastung und lässt Sie viel entspannter schlafen. Ärzte bemängelten viele Jahre, dass die deutsche Bevölkerung generell auf viel zu harten Matratzen schläft, umso erfreulicher der erkennbare Trend zu Härtegrad 2.