Lexikon

Jersey-Stoff

Jersey-Stoff wird hauptsächlich zu Bekleidung, Unterwäsche und Bettwäsche verarbeitet. Das Material ist dafür besonders geeignet, weil es sehr dehnfähig, anschmiegsam, pflegeleicht und saugfähig ist. Anders als gewebte Stoffe werden bei Jersey die Fasern, ähnlich wie beim Stricken, ineinander verschlungen. Man nennt diese Art der Verarbeitung „wirken“. Früher wurde Jersey-Stoff ausschließlich aus Baumwolle gefertigt, während heute oft Maschenwaren aus einem Baumwoll-Viskose-Gemisch oder aus rein synthetischen Fasern hergestellt werden. Reiner Baumwolljersey wird insbesondere in ökologischen Naturbettwaren verwendet. Je nach Strickart wird Jersey auch in fünf verschiedenen Arten unterschieden: Single-Jersey, Double-Jersey, Interlock-Jersey, Jacquard-Jersey und Cloqué-Jersey. Für Matratzenbezüge und Bettwäsche sind vor allem Single-Jersey und Double-Jersey interessant. Single-Jersey ist durch sein feines Maschenbild besonders atmungsaktiv. Double- beziehungsweise Doppeljersey besteht dagegen aus zwei Lagen Stoff, ist blickdicht und somit schwerer als Single-Jersey. In der Fachwelt lässt sich Doppeljersey durch das Strickverfahren unterscheiden. Doppeljersey wird dabei rechts auf rechts oder links auf links gestrickt, während bei Single-Jersey abwechselnd rechte und linke Maschen gestrickt werden. Der Name Jersey stammt vermutlich von der im Ärmelkanal gelegenen britischen Insel Jersey, die viele Jahrhunderte bekannt war für das Exportieren von Strickwaren. Jersey-Stoff konnte sich erst in den 1920er Jahren in der Textilindustrie etablieren, da die legendäre Modeikone Coco Chanel den praktischen Stoff für ihre Kollektionen verwendete.