Lexikon

Dunlop-Latex

Das Dunlop-Latex Verfahren ist das am häufigsten verwendete Herstellungsverfahren für Latexmatratzen. Entwickelt wurde es Ende der 1920er Jahre von dem Briten E.A. Murphy, der im Auftrag der Dunlop Pneumatic and Tyre Co. GmbH nach einem Verfahren zur Stabilisierung von Latexschaum suchte. Bei dem Verfahren wird der zähe Latexrohstoff mit verschiedenen Zusatzstoffen versetzt und anschließend, ganz ähnlich wie beim Sahneschlagen, mit Luft aufgeschäumt. So entsteht ein stabiler Schaum, der im nächsten Schritt in eine Form mit Heizstiften gegossen wird und dort mithilfe von Geliermitteln erstarrt. Danach wird der Latexschaum mithilfe von Wasserdampf und den Stiften gebacken. Die Stifte sorgen dabei für eine gleichmäßige Hitzeverteilung. So entsteht der bekannte Stiftlatex. Im letzten Schritt wird die Matratze aus der Form entfernt, gewaschen und getrocknet. Durch die im Material eingeschlossenen Luftbläschen entsteht eine offenporige Zellstruktur, die für eine sehr gute Luftzirkulation sorgt. Dadurch kennzeichnen die Matratze atmungsaktive Eigenschaften. Diese werden durch eine hervorragende Punktelastizität und ein hohes Raumgewicht komplettiert. Die Latexmatratze kann sich perfekt an den Körper anpassen und die Wirbelsäule erhält eine optimale Stützung. Gleichzeitig werden die Muskeln entlastet, da Latexmatratzen keine Druckstellen zulassen. Grundsätzlich ist es egal, ob es sich beim verarbeiteten Latex um den synthetischen Rohstoff, reinen Naturlatex oder eine Mischform handelt. Der im Dunlop-Verfahren hergestellter Latex ist im Vergleich zum Talalay-Latex, aufgrund des geringeren Aufwandes, kostengünstiger. Dementsprechend ist eine Latexmatratze aus Dunlop-Latex deutlich preiswerter.