Lexikon

Daunen

Daunen sind das Untergefieder von Gänsen und Enten. Sie sind klein, leicht, kugelförmig und besitzen einen durch das Auge kaum erkennbaren Kern, von dem sehr feine „Härchen“ ausgehen. Im Gegensatz zur Feder haben Daunen einen kaum erkennbaren Kiel und keine Fahne. Wie Kletten halten die Härchen der Daunen zusammen, was zu einer effektiven Wärmespeicherung führt. Eine Funktion der Daune ist dementsprechend, das Tier vor Kälte zu schützen. Diese Eigenschaft macht der Mensch sich zunutze, wenn er diese für Textilien verwendet. So erhält man sehr angenehm kuschelige und warme Kleidung, Schlafsäcke, Bettdecken und Kopfkissen. Ferner transportieren Daunen die Feuchtigkeit vom Körper wirksam ab und weisen eine hohe Klimaregulierung auf. Das genaue Verhältnis zwischen Gänse- und Entendaunen ist auf dem jeweiligen Produkten gekennzeichnet. Als Faustregel lässt sich festhalten: Je größer der Daunenanteil, desto hochwertiger und wärmender ist eine Bettdecke. Auf der Auszeichnung findet man in einigen Fällen darüber hinaus Informationen zum Herkunftsland, von welcher Geflügelart die Daunen stammen, ob es sich um Neuware handelt oder welche Farbe sie aufweisen. Daunen gibt es nämlich in unterschiedlichen Qualitätsstufen. Ihr Erscheinungsbild ist zwar zwischen Weiß und Grau angesiedelt, aber dies sagt nichts über deren Wertigkeit aus. Dieser Unterschied ist rein äußerlich. Generell gilt: Größere Daunen sind von höherer Güte. Im Normalfall sind Gänsedaunen somit hochwertiger und besser als die etwas zierlicheren Entendaunen. Eine Ausnahme bilden die grauen Eiderdaunen von wildlebenden Eiderenten, die als kostbarste Daunen in hochpreisigen Bettwaren verarbeitet werden. Das große Problem bei der Herstellung von Daunenwaren ist der Lebendrupf der betroffenen Tiere. Das Material sitzt im Bereich der Brust und des Bauchs und sollte nur nach der Schlachtung bzw. dem Tod abgenommen werden. Die Rupfung bei lebendigem Leib ist für das Tier mit sehr großen Schmerzen und Qualen verbunden.

Die Daune ist zwar ein nachwachsender Rohstoff, da aber die Gewinnung der Daunen schwer nachzuvollziehen ist, bedarf deren ordnungsgemäße Gewinnung noch viel Engagement seitens der Politik. Gerade bei deutlich günstigeren Preise sollte man vorsichtig sein. Zwar ist das Rupfen von lebenden Tieren in der EU gesetzlich verboten, doch wird das Verbot oftmals durch Schlupflöcher umgangen. Um auf der sicheren Seite zu sein, helfen Gütezeichen wie Traumpass, die Lebendrupf ausschließen. Auch verpflichtet die EU die Hersteller dazu die Bestandteile prozentual anzugeben. So lauten die Kennzeichnungen „Gänsedaunen 90 %, Gänsefeder 10 % der Klasse I“ und helfen zu entscheiden, welches Mischungsverhältnis die entsprechenden Ansprüche bedienen kann. In diesem Zusammenhang klärt die Güteklasse darüber auf, in welchem Maße andere Elemente wie Fremd- und Altfedern darin vorhanden sind. Bei Klasse I dürfen diese Fremdelemente nicht mehr als 5 % betragen, während der Anteil bei Klasse II zwischen 5 % und 15 % liegt. Den Blick auf das Herkunftsland zu legen, ist in diesem Fall empfehlenswert und gibt Aufschluss darüber, ob Federn und Daunen pestizidbelastet sein könnten. Dass Allergiker Bettdecken mit Daunen und Federn ungehindert verwendet können, ist keine Neuigkeit, dennoch helfen Prüfzeichen diese Tatsache zu bestätigen. Deklarierte Bettwaren mit Nomite Zeichen versichern die Eignung für Hausstaubmilbenallergiker.