Was sind Bio-Matratzen?

Nachhaltiger Konsum ist zum Trend geworden, der seit einigen Jahren auch den Möbelbereich erreicht hat. Verbraucher stellen immer höhere Anforderungen an die Ausstattung ihrer Haushalte. Im Bereich Wohnen wird daher auch nachhaltiges, ökologisches Schlafen immer gefragter. Nachhaltige Produkte helfen Umweltbelastungen zu reduzieren, soziale Verantwortung zu übernehmen und bieten gesunden, natürlichen Komfort.
Deshalb lassen sich immer mehr Anbieter finden, die „Bio-Matratzen“ oder „Öko-Matratzen“ im Sortiment haben und somit auf nachhaltig produzierte Waren aus umweltfreundlichen, natürlichen Materialien verweisen. Dabei werden oft die Worte „Bio“, „Öko“ und „Natur“ synonym verwendet, auch wenn es durchaus Unterschiede gibt. So gibt der Zusatz „Natur“ zunächst lediglich an, dass es sich um reines Naturmaterial handelt. Werden Produkte als „Öko“ bzw. „Bio“ bezeichnet, suggerieren sie, dass sie mit nachhaltigen, ressourcenschonenden Verfahren hergestellt werden. Wie sich diese Verfahren gestalten, sollte, dank transparenter Informationslage, idealerweise auch aus Kundensicht nachzuvollziehen sein.

Weshalb Bio-Matratze nicht gleich Bio-Matratze ist

Beliebte Materialien für Naturmatratzen sind Naturlatex, Kokosfaser, Schurwolle, Rosshaar und Bio-Baumwolle. Neben hervorragenden Komfort- und Klimaeigenschaften dieser Rohstoffe, erfreuen sie sich auch dank ihrer hohen Umweltfreundlichkeit einer immer höheren Beliebtheit. Jedoch sollte man beim Kauf vorsichtig sein, da in Bezug auf Bio-Matratzen oft auch Etikettenschwindel betrieben wird, mithilfe dessen sich die entsprechenden Anbieter einen Wettbewerbsvorteil verschaffen wollen. Die Bezeichnung „Biomatratze“ kann irreführend sein, da diese Produkte in manchen Fällen nur anteilig aus den beworbenen natürlichen Materialien bestehen.
Am Beispiel von vermeintlichem Bio-Kaltschaum wird deutlich, wie durch bewusstes Vorenthalten von Informationen ein falscher Eindruck über den tatsächlichen „Bio“-Anteil entstehen kann. Kaltschaum an sich ist ein reines Erdöl-Produkt und damit keineswegs nachhaltig. Innerhalb der letzten Jahre ist es möglich geworden, bei der Herstellung einen bestimmten Anteil des Mineralöls durch natürliche Öle, beispielsweise Sonnenblumenöl, zu ersetzen. Dennoch liegt der Rohölanteil bei Kaltschaummatratzen nach wie vor bei mindestens 50 %. In diesem Zusammenhang kann die Bezeichnung Öko-Matratzen also nicht zutreffend sein. Etwas anderes ist es, wenn der natürliche Anteil klar als Anteil deklariert ist, ohne darüber hinwegzutäuschen, dass es sich zum Großteil dennoch um einen herkömmlichen Schaumkern auf Mineralölbasis handelt.


Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Nur eine transparente Darstellung durch Hersteller und Händler kann Klarheit darüber verschaffen, wie nachhaltig die Produkte wirklich produziert werden und wie umweltfreundlich sie bzw. ihre Inhaltsstoffe sind. Um eine Irreführung beim Kauf von Öko-Matratzen zu vermeiden, sollten Sie verarbeitete Materialien nach Möglichkeit genauer unter die Lupe nehmen. Sollten diese nicht gleich erkenntlich sein, schrecken Sie nicht davor zurück beim Händler nachzufragen. Seriöse Anbieter beantworten solche Nachfragen in der Regel gern.
Des Weiteren können bestimmte Produktkennzeichnungen und ökologische Labels wie GOTS, Der Blaue Engel. Green Cotton oder QUL eine Orientierung bieten. Sie geben einen Überblick über den Einsatz von umweltbelastenden Chemikalien bei der Herstellung von Textilien wie Matratzenbezügen, darüber wie hoch der Ressourcenverbrauch und etwaige Schadstoffemissionen sind oder wie hoch der tatsächliche Anteil von Material natürlichen Ursprungs ist. Achten Sie beim Kauf auf solche Auszeichnungen und informieren Sie sich über die jeweiligen Prüfkriterien. Zwar geben Labels keine hundertprozentige Garantie, dennoch bilden sie einen hilfreichen Ansatz, um sich bei der Suche nach einer nachhaltig produzierten Matratze zurecht zu finden.

Wird eine Matratze mit den Zusätzen „Öko“, „Natur“ oder „Bio“ beworben ohne diesen zu entsprechen, liegt eine irreführende Werbung gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 1 UWG vor. Dieser zu Unrecht geschaffene Vorteil gegenüber Wettbewerbern kann also durchaus strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.