Was kann man gegen nächtliches Frieren tun?

Wenn die Temperaturen im Außenbereich fallen, kann es auch im Schlafzimmer schnell kühl werden und wir beginnen zu frieren. Menschen, die nachts frieren haben oftmals sogar Probleme überhaupt in den Schlaf zu finden. Die wichtigsten Fakten rund ums Thema „Nächtliches Frieren“ und was Sie gegen das Frösteln im Bett unternehmen können, erfahren Sie im Folgenden.


Wieso friert man überhaupt?

Wenn es kalt ist, dann kühlen Hände und Füße ab, der Körper fängt mitunter an zu zittern und die Finger und Lippen können sich bläulich verfärben. Doch weshalb friert man überhaupt und wieso reagiert der menschliche Körper so? Damit die wichtigen inneren Organe optimal arbeiten können, benötigen sie eine Körperkerntemperatur von 36 - 37°C. Wird dieser Wert unterschritten, beginnt der Körper Gegenmaßnahmen zu starten. Die Haut zieht sich zusammen und man bekommt Gänsehaut. Dadurch wird die Oberfläche verkleinert und die Körperhaare stellen sich auf. Dies kann als Überbleibsel aus der Zeit, in der Menschen noch ein Fell trugen, angesehen werden. Durch die aufgestellten Haare wurde eine wärmende Luftschicht zwischen Haar und Haut gebildet. Damit die lebenswichtigen Organe bei geringer Außentemperatur solange wie möglich geschützt bleiben, wird zunächst die Versorgung der äußeren Gliedmaßen mit dem Wärmetransportmittel Blut vermindert. Hierzu verengen sich auch die Blutgefäße. Die Folge dessen ist das Frieren. Hält dieser Zustand länger an oder verringert sich die Körpertemperatur noch weiter, beginnt der Körper zu zittern. Dies ist der Versuch durch das Bewegen der Muskulatur körpereigene Wärme zu produzieren.

Wenn nächtliches Frieren den Schlaf beeinträchtigt

Es ist wissenschaftlich belegt, dass dünne Menschen schneller frieren als solche mit wohlgenährten Körpern. Das liegt an der weniger ausgeprägten Fettschicht unter der Haut. Aufgrund der unterschiedlichen Ausprägung der Muskelmasse, neigen auch Frauen eher als Männer dazu vor Kälte zu schlottern. Auch eine schlechte Durchblutung begünstigt nächtliches Frieren, da sich das Blut weniger gleichmäßig verteilen kann. Wer sich im Bett nicht wohlfühlt, kann meist auch nicht erholsam schlafen, schließlich sind kalte Füße in der Nacht unangenehm. Wenn dann noch das große Bibbern einsetzt, ist es mit der Nachtruhe ganz schnell vorbei. Oft ist der Grund für nächtliches Frieren schnell behoben, indem man die verrutschte Decke wieder über den abgekühlten Körperteil zieht oder sich einen wärmeren Schlafanzug anzieht. Nachdem man geschwitzt hat, kann es ebenfalls zum übermäßigen Abkühlen einzelner Körperpartien kommen. Aus diesem Grund sollte auch darauf geachtet werden, dass die Temperatur im Schlafzimmer und im Bett nicht zu hoch ist. Manchmal reichen diese kurzfristigen Maßnahmen jedoch nicht und eine grundlegendere Veränderung muss her. Neben der Veränderung der Gewohnheiten, z. B. vermehrter Bewegung, dem Aufgeben bestimmter Genussmittel oder dem erhöhten Konsum bestimmter, wärmender Lebensmittel, können bestimmte Maßnahmen bezüglich der Schlafstätte und des Schlafanzugs gegen das Frieren beim Schlafen helfen.




Wie sieht das richtige Schlafklima für kälteempfindliche Personen aus?

Die ideale Temperatur für ein Schlafzimmer liegt zwischen 15 und 18 °C. Auch wenn man im Schlafzimmer eher friert, sollte man vermeiden den Raum zu überheizen und die Heizung während der Nacht ausschalten. Denn für eine erholsame Nachtruhe sollte es nicht nur angenehm temperiert sein, sondern auch auf die richtige Luftfeuchtigkeit geachtet werden. Eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit schadet den Atemwegen, wohingegen eine zu hohe Luftfeuchte auf Dauer die Bettwaren angreifen kann. Deshalb sollte man auch bei eisigen Temperaturen kurz vor dem Schlafengehen wenige Minuten Stoßlüften, da die alte Luft so durch neue, sauerstoffreichere ersetzt wird und die Feuchtigkeit auch entweichen kann. Des Weiteren besteht bei einem überheizten Raum leicht die Gefahr, dass die darin Schlafenden zwar angenehm einschlafen, jedoch nachts aufwachen, weil sie zu stark schwitzen. Dieses Schwitzen kann dann wiederum das Frieren in der Nacht begünstigen. Deshalb empfiehlt es sich eher punktuell, also im Bett selbst, für eine wärmere Umgebung zu sorgen, als das ganze Schlafzimmer auf tropische Temperaturen zu bringen. Die Auswahl der Bettwaren sollte auf die Bedürfnisse der Frierenden abgestimmt sein. Ähnliches gilt für die Schlafkleidung. Sie sollte so gewählt werden, dass es nachts leicht möglich ist, sich einzelner Teile oder Schichten zu entledigen, ohne am Ende nackt zu sein. Diese Extreme sind kälteempfindlichen Personen nicht dienlich. Stattdessen empfiehlt es sich, verschiedene Lagen oder modifizierbare Schlafkleidung zu tragen. Am besten ist es, eine körpernahe Schicht zu tragen und darüber einen lockeren Schlafanzug zu ziehen. Doch auch hier gilt es, nicht mit unzähligen Schichten zu übertreiben.

Die richtigen Materialien gegen nächtliches Frieren

Es ist nicht grundsätzlich so, dass Naturmaterialien mehr Vorteile bringen als synthetisch hergestellte Textilien. So sollten Menschen, die nachts frieren, reine, glatte Baumwolle in Bettwaren eher meiden. Sie kann Feuchtigkeit zwar gut aufnehmen, gibt sie jedoch nicht so gut wieder ab und ist dementsprechend länger nass. Außerdem wirkt Baumwolle, aufgrund ihrer glatten Oberfläche, von sich aus eher kühlend. Wird sie aufgeraut, verbessert sich ihre Wärmewirkung. Ihre Verwendung im Mischverhältnis mit anderen, durchaus auch synthetischen Stoffen, kann ebenfalls zu einer Erhöhung der Wärmewirkung führen. Im Gegensatz dazu eignet sich reine Schurwolle ausgezeichnet für kälteempfindliche Menschen. Sie wärmt, kann toll mit Feuchtigkeitsaufkommen umgehen und ist überdies auch selbstreinigend. Deshalb eignet sie sich auch für Allergiker und Kleinkinder. Schurwolle wird für Matratzenbezüge, -füllungen und Decken verwendet. Auch das Unterfell von Kamelen, Kaschmirziegen und Yak-Rindern hat hervorragende wärmeregulierende Eigenschaften. Diese Tiere sind in ihrer natürlichen Umgebung starken Temperaturschwankungen ausgesetzt, welche das Fell dementsprechend abhalten können muss. Ihr Fell wird vor allem für die Herstellung von Decken genutzt. Bettdecken mit einer kuscheligen Füllung aus Daunen sind der Klassiker gegen nächtliches Frieren. Bettdecken mit Daunenfüllung nehmen Feuchtigkeit sehr gut auf und bieten dank der zwischen den Daunen entstehenden Luftpolster ausgezeichnete Wärmeeigenschaften. Doch auch synthetisch produzierte Materialien verfügen über ausgezeichnete wärmeregulierende Merkmale. Ähnlich der Baumwollfaser gilt auch hier die Maxime, dass aufgeraute Fasern besser wärmen als diejenigen mit glatter Oberfläche. Des Weiteren können Textilien aus synthetischem Material, Polyester beispielsweise, Feuchtigkeit exzellent regulieren. Im Bereich der Bettdecken kann aus einer großen Auswahl von Ausführungen gewählt werden. Von der leichten Sommerdecke über das dicke Wintersteppbett bis hin zur praktischen Vier-Jahres-Kombinationen ist für jeden Schlaftyp etwas dabei, sodass starkes Frieren in der Nacht reduziert wird.

Welche Matratze eignet sich gegen das Frieren in der Nacht?

Personen die nachts frieren, sollten natürlich auch bei der Auswahl der Matratze darauf achten, dass diese wärmt beziehungsweise eine gute Wärmeisolation aufweist. Grundsätzlich sollten Menschen die zum nächtlichen Frieren neigen eher Abstand von Federkernmatratzen nehmen, da durch das Zusammenspiel von Federn im Inneren der Matratze und der Körperbewegung während des Schlafes ein reger Luftaustausch besteht. Diese Luft muss dann erst auf Körpertemperatur gebracht werden und dies führt zu einem eher kühlen Schlafklima. Wer nicht auf seine Federkernmatratze verzichten möchte, sollte eine Matratzenauflage aus Schurwolle zusätzlich verwenden. Genauso kann auch ein Schaffell als Unterlage genutzt werden. Latexmatratzen eignen sich genauso wie Viscomatratzen, aufgrund ihrer dichteren Materialstruktur grundsätzlich besser für kälteempfindliche Menschen.


Tipps gegen das Frieren im Schlaf

Manchmal kann auch die kuschligste Decke und der dickste Pyjama nichts ausrichten gegen das Frieren im Schlaf. Denn meist erwärmen sich kalte Füße nachts ohne zusätzliche Hilfe nur langsam wieder. Hier gibt es noch ein paar Tipps, die Ihnen dabei helfen können, sich von innen aufzuwärmen:

  • Ein warmes Fußbad kann dem Frieren im Schlaf genauso vorbeugen, wie eine warme Dusche oder ein Vollbad. Danach ist es wichtig sich gleich warm einzupacken, sonst kühlt man eventuell schnell wieder aus.
  • Grundsätzlich kann man sich gegen Kälte abhärten, indem man sich wiederholt kurzen Kälteimpulsen aussetzt. Wechselduschen eignen sich hierfür. Auch danach sollte man sich schnell warm einpacken.
  • Ein Heißgetränk kann ebenso dabei helfen, die Körperkerntemperatur wieder in den Normalbereich zu kriegen. Auch heiße Suppe eignet sich hierfür hervorragend.
  • Genauso hilfreich gegen das Kältegefühl können scharfe Lebensmittel sein, denn sie regen die Durchblutung an.
  • Auch eine Massage wirkt Wunder gegen das Frieren beim Schlafen. Am besten wird hierzu noch ein ätherisches Öl, z.B. mit Rosmarin, benutzt und die Durchblutung der Haut durch die Stimulation wird optimal unterstützt.
  • Natürlich fördert auch Sport eine erhöhte Durchblutung des Körpers, jedoch sollte dies eher im Rahmen einer langfristigen Maßnahme erfolgen und nicht direkt vor dem Schlafengehen. Die sportlichen Aktivitäten am Abend können dazu führen, dass man nicht mehr gut einschlafen kann.
  • Neben einer warmen Decke kann man auch mithilfe von Heizdecken oder Wärmflaschen das Gefühl von wohliger Wärme ins Bett holen.

  • Menschen, die trotz all dieser Maßnahmen und ohne offensichtliche körperliche Ursache weiterhin nachts frieren, sollten einen Arzt konsultieren, um weitere krankheitsbedingte Gründe ausschließen zu können.