Was kann man gegen Nachtschweiß tun?

Nächtliches Schwitzen kennt fast jeder – erst wälzt man sich unruhig im Bett herum und schließlich raubt einem der Nachtschweiß komplett den Schlaf. Oft sind die Ursachen für das Schwitzen in der Nacht jedoch ganz offensichtlich: Man kuriert gerade eine Grippe mit Fieber aus, hat schlecht geträumt oder das durch die Sommermonate bedingte Schlafen bei Hitze lässt die Temperaturen im Schlafzimmer ansteigen. Manchmal liegen die Ursachen für Schweißausbrüche in der Nacht jedoch eher im Verborgenen. Sie können Anzeichen für hormonelle Schwankungen, einen ungesunden Lebenswandel oder diverse Erkrankungen sein. Meistens ist vermehrtes nächtliches Schwitzen lediglich die Folge eines ungünstigen Schlafklimas. Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste über Nachtschweiß und wirksame Gegenmaßnahmen.

  • Die ideale Schlaftemperatur liegt bei 18 °C
  • Alkohol, Nikotin, scharfes Essen und Geschmacksverstärker erhöhen die Schweißproduktion
  • Verwenden Sie atmungsaktive Bettwäsche aus Baumwolle oder Mikrofasern
  • Eine Matratze mit Tonnentaschenfederkern ist gut durchlüftet und sorgt für ein kühles Bettklima
  • Achten Sie bei starker Schwitzneigung auf schnelltrocknende Microfasern oder TENCEL® im Matratzen-Bezug
  • Für Hygiene trotz Schwitzneigung sollten Bettwaren und Bezüge waschbar sein

Wieso schwitzen wir überhaupt?

Auch wenn wir es manchmal als störend empfinden, Schwitzen ist für das reibungslose Funktionieren unseres Körpers unentbehrlich. Zwischen zwei und vier Millionen Schweißdrüsen besitzt der menschliche Körper, von denen sich besonders viele auf der Stirn, in den Handflächen und auf den Fußsohlen befinden. Die Lippen haben beispielsweise keine einzige Schweißdrüse. Schweiß dient als körpereigene Klimaanlage und zur Unterstützung für die Immunabwehr. So reguliert er nicht nur unsere Körpertemperatur, er ist außerdem wichtig für den Säureschutzfilm der Haut. Dieser wird benötigt, um die Vermehrung von schädlichen Mikroorganismen zu verhindern. Des Weiteren werden über das Schwitzen auch Abfallprodukte ausgeschieden. Schweiß selbst ist eine geruchlose Flüssigkeit und besteht zu 99 % aus Wasser. Die restlichen Bestandteile setzen sich aus verschiedenen Salzen, Harnstoff, Milchsäure, Harnsäure, Fett- und Aminosäuren, Zucker, Ammoniak und Ascorbinsäure zusammen. Der unangenehme Geruch entsteht erst durch die bakterielle Zersetzung des Schweißes. Tagsüber scheiden wir in der Regel bis zu einem Liter Flüssigkeit aus, der Nachtschweiß beträgt zusätzlich nochmal rund einen halben Liter.

Wenn das Schwitzen in der Nacht zum Problem wird

Kommt es zu vermehrtem Schwitzen im Schlaf, sodass die Betroffenen durch die Schweißausbrüche nachts erwachen, womöglich ihre Kleidung und das Bettzeug wechseln müssen, wird ihre Schlafqualität deutlich gemindert. Treten die Beschwerden öfter auf, sollten mögliche Ursachen für starkes Schwitzen in der Nacht beleuchtet werden. Dadurch, dass über den Schweiß auch Abfallstoffe transportiert werden, führt beispielsweise der Konsum von Alkohol und Nikotin zu einer erhöhten Schweißproduktion. Auch der Verzehr von Geschmacksverstärkern – zum Beispiel durch Fertiggerichte - oder scharfem Essen kann dazu führen, dass nächtliches Schwitzen vermehrt auftritt. Die erhöhte Produktion von Nachtschweiß kann jedoch auch anders bedingt sein. Neben Schwankungen im Hormonhaushalt, z.B. während der Pubertät oder in den Wechseljahren, tritt starkes Schwitzen nachts manchmal auch als Begleiterscheinung von Krankheiten auf. Etwa bei Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen oder im Zusammenhang mit der Einnahme bestimmter Medikamente ist Nachtschweiß keine Seltenheit. Wenn Betroffene unter Schweißausbrüchen leiden, die keine besonderen Ursachen haben, sprechen Mediziner von Hyperhidrose. Geschieht dies vor allem während des Schlafes, wird dies als nächtliche Hyperhidrose bezeichnet.

Trockene Nächte in natürlichen Bettwaren

Übertriebenes nächtliches Schwitzen hängt oft mit einem schlechten Schlafklima zusammen. Von einer zu hohen Umgebungstemperatur bis hin zu ungünstiger Nachtwäsche, gibt es verschiedenste Ursachen für ein unangenehmes Bettklima. Die Schlafbekleidung von Menschen, die zu vermehrtem Nachtschweiß neigen, sollte leicht und nicht enganliegend sein. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass sie möglichst aus natürlichen Materialien bestehen. Baumwolle ist eine gute Wahl für nachtschweißgeplagte Personen. Sie kann Feuchtigkeit gut aufnehmen und ist ein pflegeleichtes, strapazierfähiges Material. Ähnlich robust sind auch Produkte aus Leinen. Sie sind sehr atmungsaktiv und wirken zudem kühlend. Für Bettwaren gilt ähnliches. Hier sind auch Produkte aus Microfaser sehr beliebt. Diese werden zwar oft mithilfe synthetischer Rohstoffe hergestellt, jedoch punkten sie durch ihre hohe Atmungsaktivität und ihr exzellentes Feuchtigkeitsmanagement.

Die richtige Matratze reguliert das Schwitzen im Schlaf

Die Beschaffenheit der Matratze spielt für die Produktion von Nachtschweiß eine große Rolle. Es sollte darauf geachtet werden, dass Matratze und Bettdecke über gute Atmungsaktivität verfügen und für einen erhöhten Feuchtigkeitstransport sorgen. Der Matratzenkern muss aufgrund seiner Struktur eine Belüftung begünstigen, damit vermehrter Nachtschweiß gut aufgenommen werden kann. Im Allgemeinen gelten Schlafunterlagen mit Federkern als die kühlsten Matratzen, da durch die Bewegungen im Schlaf ein Pump-Effekt zustande kommt und für einen dauernden Luftaustausch sorgt. Überdies verfügen sie aufgrund ihrer offenporigen Struktur auch über sehr gute feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften. Wer Wert auf einen natürlichen Schlaf legt, sollte zu einer Latexmatratze greifen, die zu 100 % aus Naturkautschuk besteht. Zu den guten Belüftungseigenschaften, kommen die gute Umweltverträglichkeit, eine antibakterielle Wirkung und eine ausgezeichnete Punktelastizität hinzu. Bei einer Matratze spielt jedoch nicht nur der Kern eine große Rolle, sondern auch der Bezug. Menschen, die unter einer erhöhten Produktion von Nachtschweiß leiden, sollten grundsätzlich darauf achten, dass sie sich auf natürliche Materialien betten. Ob Baumwolle, Schurwolle, Seide oder Tencel, es gibt verschiedene Fasern, die die Textilien im Matratzenbezug veredeln. Gemeinsam haben sie alle die hervorragenden klimaregulierenden Eigenschaften. Die Matratze sollte außerdem über einen Doppeltuchbezug verfügen, dieser ist sehr atmungsaktiv und saugstark. Durch ihre elastische Beschaffenheit können diese Bezüge meist auch abgenommen und bis 60°C gewaschen werden, was natürlich eine große Erleichterung für Menschen ist, die nachts schwitzen und somit einen höheren Hygienebedarf haben.

Maßnahmen gegen nächtliches Schwitzen

Leider hilft die richtige Matratze allein nicht immer, um das erhöhte Aufkommen von Nachtschweiß zu verhindern. Prinzipiell sollten Leute, die unter vermehrtem Schwitzen im Schlaf leiden, folgende Dinge beachten:

  • Schränken Sie Ihren Kaffee-, Alkohol- und Nikotinkonsum ein. Wenn Sie schon immer vor hatten diesen Lastern abzuschwören, dann wäre jetzt der richtige Zeitpunkt dafür.
  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung und verzichten Sie vor dem Schlafen auf fettige und scharfe Speise. Diese begünstigen das Schwitzen in der Nacht.
  • Salbei hat eine schweißhemmende Wirkung – eine Tasse aufgebrühten Salbeitee vor dem zu Bett gehen, kann also hilfreich sein, um Schweißausbrüche in der Nacht zu verhindern.
  • Es ist sinnvoll, sich vor dem Schlafen eine Ruhephase zu gönnen, um den Alltagsstress abzuschütteln – mithilfe von Entspannungsmusik, einem Buch oder Hörbuch.
  • Eine kühle, aber nicht zu kalte Dusche vor dem Schlafengehen kann Wunder bewirken.
  • Der Raum, in dem geschlafen wird, sollte eine Temperatur von 18 °C nicht überschreiten und gut durchlüftet sein. Bei kühlen 16 °C können Körper und Seele „herunterfahren“.
  • Die Matratze, Bettdecke, der Bettbezug und die Schlafkleidung sollten möglichst aus natürlichen Materialien bestehen und dementsprechend sehr atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend sein

  • Wenn starkes Schwitzen im Schlaf trotz Gegenmaßnahmen und ohne ersichtlichen Grund länger als vier Wochen anhält, sollte man sicherheitshalber einen Arzt konsultieren.